Heines Versepos 'Deutschland, ein Wintermärchen' als musikalische Lesung

 

 

 

 

 

Termin:
09. Dezember 2006


Beginn:
19.30 Uhr

Musikalische Lesung

 

Deutschland, ein Wintermärchen

von Heinrich Heine

vorgetragen von Sebastian Hufschmidt
begleitet von Matthias Schlothfeld (Gitarre)

Nach 13 Jahren, die er in seinem selbstgewählten Pariser Exil verbracht hatte, kehrte Heinrich Heine 1843 zurück nach Deutschland. Die Sehnsucht nach seinem Heimatlande - er wurde 1797 in Düsseldorf geboren - war groß. Aber die Verhältnisse waren gegen ihn. Immer wieder gerieten sein beißender Hohn und seine politischen Satiren in den erbarmungslosen Blick deutscher Zensur. In Frankreich herrschte seit der Julirevolution 1830 (wieder) Pressefreiheit, weshalb es Heine dorthin gezogen hatte.

Die Eindrücke während seiner Deutschlandreise gegen Ende 1843 verarbeitete er in dem berühmten Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen". Auch das konnte seinerzeit nicht in der Form erscheinen, in der Heine es geschrieben hatte.

Im traurigen Monat November wars,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riss von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.

Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.

Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zu Mute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.
...

Der Schauspieler und Sprecher Sebastian Hufschmidt (*1965) trägt das Reisegedicht vor. Begleitet wird er dabei von dem Gitarristen Matthias Schlothfeldt (*1968), Professor an der Folkwang Hochschule Essen.