Holger Ellwanger spielt seit seinem 10ten Lebensjahr Kontrabass, ist aber keineswegs Kontrabassist in einem Staatsorchester, sondern Lehrer für Deutsch und Musik an einem Essener Gymnasium. Er war auch Kontrabasslehrer an der Musikschule Hilden. Jetzt dirigiert er das Studentenorchester Dortmund, hilft ab und zu als Bassist aus, leitet(e) diverse Schul-Theaterprojekte (u.a. Dosto, Faust I und II, Ein Sommernachtstraum, Andorra, Der Sprachabschneider), komponiert hier und da für Orchester oder Rockband und steht mit dem "Kontrabass" das erste Mal als Schauspieler auf der Bühne.
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"...Kontrabass spielen ist reine Kraftsache [...] Drum kann auch ein Kind nie im Leben Kontrabass spielen. Ich selbst habe mit siebzehn angefangen." |
Als Süskind sich entschied, den "Kontrabass" zu schreiben, wurde für mich entschieden, dass ich Bass spielen solle. Damals war ich 10, also schon noch irgendwie ein Kind. |
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"Freiwillig bin ich nicht dazugekommen." |
Das stimmt. Es war der Wunsch meiner Musiklehrerin. Ich war ziemlich groß und hatte große Hände – das reichte aus. Also fragte sie mich eindringlich. Ich kannte das Instrument zwar nicht, geschweige denn hatte ich eine Vorstellung von einem Kontrabass, sagte aber vorsichtshalber "Ja". |
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"Im Grunde alles Leute wie ich. Kontrabassisten, die aus lauter Verzweiflung zum Komponieren angefangen haben." |
Da ich kein Berufskontrabassist geworden bin – darüber hab ich tatsächlich nur einmal und auch nur ganz kurz nachgedacht –, komponiere ich nicht aus Verzweiflung, sondern aus Freude an der Musik. Im Übrigen auch nicht für Kontrabass (Solo). |
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"Weil ein anständiger Komponist schreibt nicht für Kontrabass, dafür hat er zuviel Geschmack." |
Eben. |
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"Technisch, wenn ich will, spiel ich Ihnen jede Suite von Bottesini, das ist der Paganini des Kontrabasses, da gibt es nicht viele, die mir das nachspielen würden." |
Das stimmt leider nicht. Wenn ich Bottesini spielen würde, das könnte jeder nachspielen – auch ohne Bassspielen zu können. |
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"Nicht einen einzigen Ton kann ich schön spielen..." |
Doch, einen schaff ich. Das b, das ist ok. Liegt am Instrument – zugegeben. |
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"...aber ich übe nicht, weil es bei mir keinen Sinn hat, weil es bei mir an der Substanz fehlt,...." |
Ich übe nicht – obwohl es bei mir Sinn hätte –, weil es bei mir an der Zeit fehlt. |
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"Wagner...Der Mann hat ja auch kein einziges Instrument gespielt außer schlecht Klavier." |
Wenn der Kontrabass wirklich eher ein Hindernis als ein Instrument ist, dann folge ich Wagner nach. |
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"Jahrhundertelang sind Orchester ohne Dirigenten ausgekommen. [ ...] Und auch ich kann Ihnen bestätigen, dass wir im Staatsorchester gelegentlich vollständig am Dirigenten vorbeispielen. Oder über ihn hinweg." |
Eine schlimme Zeit war das. Gut, dass die vorbei ist. Auch wenn es natürlich stimmt, dass ein Orchester durchaus in der Lage ist, am Dirigenten vorbeizuspielen. Dafür kann man als Dirigent das Orchester aber auch herrlich verwirren, wenn man ganz undeutlich schlägt... |
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"SARAH!!! Eine kolossale Wirkung!" |
Ja, kann ich bestätigen. Einmal mit einem Kontrabassfreund in einer Generalprobe gemacht – das mach ich bestimmt nie wieder! Ehrlich. Schäm ich mich jetzt noch für. Hat die ganze Probe kaputt gemacht... |